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Pressemitteilungen

26.04.2016 Umbau des Energiesystems erfordert neue Konzepte für sicheren
Netzbetrieb.

dena-Plattform Systemdienstleistungen veröffentlicht Analyse zu Momentanreserve.

Für den sicheren Betrieb des europäischen Stromnetzes müssen neue Konzepte entwickelt werden. Dies gilt vor allem für die Momentanreserve, die bei unvorhergesehenen Frequenzschwankungen systemstabilisierend wirkt. Künftig sollten dafür auch dezentrale Energieanlagen, wie etwa Erneuerbare-Energien-Anlagen oder Speicher, zum Einsatz kommen. So lautet eines der zentralen Ergebnisse der Analyse „Momentanreserve 2030“, die die Deutsche Energie-Agentur (dena) mit den Partnern der „Plattform Systemdienstleistungen“ initiiert hat.


„Was wir brauchen sind Strategien, um regional ausreichend Momentanreserve sicherzustellen und dafür auch die technischen Möglichkeiten von dezentralen Energieanlagen einzubeziehen“, betont Andreas Kuhlmann, Vorsitzender dena-Geschäftsführung. „Nur so können wir Großstörungen ausreichend beherrschen und auf Dauer europaweit ein stabiles und sicheres Stromnetz gewährleisten. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Ausweitung des Stromhandels stellen uns vor neue Herausforderungen.“

Alternative Technologien müssen stärker zum Einsatz kommen

Simulationsrechnungen im Rahmen der Analyse zeigen, dass bei einer Großstörung im Übertragungsnetz internationale Grenzwerte für eine stabile Netzfrequenz bereits heute zeitweise nicht eingehalten werden könnten. Hinzu kommt, dass der Marktanteil konventioneller Kraftwerke sinkt. Diese stellen bisher den über-wiegenden Teil der Momentanreserve bereit. Gleichzeitig nehmen mit einem gestärkten europäischen Binnenmarkt großräumige Stromtransite zu, dadurch steigt wiederum die Notwendigkeit, außergewöhnliche Netzstörungen zu beherrschen.

Insgesamt wächst der Bedarf an einer alternativen Bereitstellung von Momentanreserve im europäischen Stromnetz. Wenn hier erneuerbare Energien und Speicher eingesetzt werden, lassen sich teure und aufwändige Lösungen wie der Einsatz sogenannter synchroner Phasenschieber oder ein gezieltes Anfahren von konventionellen Kraftwerken vermeiden.

Die Sollfrequenz für den Betrieb des europäischen Stromverbundnetzes liegt bei 50 Hertz. Um Abweichungen auf ein tolerierbares Maß zu begrenzen, halten die Übertragungsnetzbetreiber die Erzeugung und den Verbrauch von elektrischer Energie im Gleichgewicht. Ein ausreichendes Maß an Momentanreserve ist wichtig, um Frequenzänderungen unverzögert entgegenzuwirken, bis andere frequenzstützende Maßnahmen eingesetzt werden können.

Die Analyse wurde von der dena Anfang 2016 im Rahmen der dena-Plattform Systemdienstleistungen und in Zusammenarbeit mit der Ruhr GmbH sowie Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz, Technische Universität Dortmund ie3 – Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft erstellt. Die vollständige Analyse und weitere Informationen zum Thema Systemdienstleistungen finden sich unter www.plattform-systemdienstleistungen.de.

Die dena-Plattform Systemdienstleistungen
Die dena hat die Plattform Systemdienstleistungen mit dem Ziel initiiert, die Weiterentwicklung der Erbringung von Systemdienstleistungen bis 2030 aktiv zu gestalten. An der Plattform nehmen unter anderem Stromnetzbetreiber, Projektentwickler, Anlagenbetreiber und Technologiehersteller sowie das Bundeswirtschaftsministerium teil. Sie steht auch dem Dialog mit weiteren Akteuren aus dem Themenfeld Systemdienstleistungen offen, die mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen die Arbeit der Plattform unterstützen oder vom Wissensaustausch profitieren wollen.

Projektpartner der Plattform sind 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, Bayernwerk AG, Bundesmi-nisterium für Wirtschaft und Energie, E.DIS AG, E.ON AG, Enercon GmbH, Energiequelle GmbH, EWE NETZ GmbH, Main-Donau Netzgesellschaft mbH, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, RWE AG, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, TenneT TSO GmbH, Thüringer Energienetze GmbH, TransnetBW GmbH, VDMA Fachverband Power Systems, VGB PowerTech e.V., Westnetz GmbH und die Younicos AG. Zusätzlich nahmen an der Analyse „Momentanreserve 2030“die WEMAG AG und die STORNETIC GmbH als Fachpartner teil.

Zur Analyse „Momentanreserve 2030“


28.11.2014 dena startet Plattform Systemdienstleistungen.

Koordinierte Zusammenarbeit für einen sicheren Stromnetzbetrieb.

Netzbetreiber erbringen Systemdienstleistungen für eine stabile und sichere Stromversorgung. Bisher greifen sie dafür überwiegend auf konventionelle Kraftwerke zurück, deren Einsatzzeiten jedoch im Zuge der Energiewende stetig sinken. Stattdessen können mehr dezentrale Anlagen für Systemdienstleistungen zum Einsatz kommen. Hierfür müssen aber zunächst unter anderem die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden. Um diesen Prozess aktiv voranzutreiben und zu koordinieren, hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) die Plattform Systemdienstleistungen gegründet. Sie soll den Austausch zwischen allen wichtigen Beteiligten wie zum Beispiel Energieversorgern, Netz- und Anlagenbetreibern sowie Forschungseinrichtungen und Verbänden vorantreiben. Ziel ist es, gemeinsam Konzepte zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für die Politik zu erarbeiten.

„Mit unserer Plattform sorgen wir dafür, dass Systemdienstleistungen koordiniert und damit effizient weiterentwickelt werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien eine sichere und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Wir laden alle Akteure ein, sich mit unserer Plattform zu vernetzen“, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

In einer Roadmap hat die dena im Sommer dieses Jahres bereits beschrieben, welche Schritte notwendig sind, damit dezentrale Energieanlagen für die Erbringung von Systemdienstleistungen genutzt werden können: Zum Beispiel gilt es, die Mess- und Steuerungstechnik weiterzuentwickeln sowie energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen. Verschiedene Akteure führen bereits einzelne Studien und Pilotprojekte dazu durch. Beispielsweise testen Netzbetreiber Konzepte für eine intelligente Netzsteuerung, um einen sicheren Betrieb ihrer Stromnetze zu ermöglichen.

Hier setzt die neue dena-Plattform Systemdienstleistungen an. Sie wird die Ergebnisse dieser Einzelvorhaben in den nächsten drei Jahren zusammenführen und Handlungsempfehlungen ableiten. Über Expertenworkshops können sich die Akteure vernetzen. Diese Zusammenarbeit soll die Effizienz und Wirkung der einzelnen Vorhaben weiter steigern. Durch ein kontinuierliches Monitoring der bestehenden Aktivitäten wird die Plattform darüber hinaus noch offenen Handlungsbedarf identifizieren und Lösungsvorschläge erarbeiten.

In der Plattform wirken neben der dena auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Stromnetzbetreiber, Technologiehersteller sowie Betreiber und Projektentwickler erneuerbarer Energien mit. Sie steht auch neuen Partnern offen, die mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen die Arbeit der Plattform unterstützen oder vom Wissensaustausch profitieren wollen.